Der Pinke Regenschirm

PINKER REGENSCHIRM
von Patrick Satters und Maria Huster

Die Regentropfen fliegen in alle Richtungen, als Sofia ihren pinken Regenschirm in der Eingangshalle unserer Schule ausschüttelt. Sie tuschelt mit ihren Freundinnen und kichert dabei hinreißend.

Ich könnte den ganzen Tag damit verbringen, sie zu betrachten. Kein Mädchen an dieser Schule kann es mit ihrem Charme und ihrer Schönheit aufnehmen. Wenn sie einen Raum betritt, zieht sie alle Blicke auf sich. Ich spiele definitiv nicht in ihrer Liga. Unscheinbar, wie ich bin, kennen die Wenigsten an dieser Schule meinen Namen. Sofia ist zwar in meiner Klasse, aber die Worte, die wir bisher miteinander gesprochen haben, könnte man an einer Hand abzählen. Was mich aber nicht davon abhält, sie aus sicherer Entfernung anzuschmachten. Wäre ich doch nur etwas mutiger…

„Süßes Mädel, was?“, kommt es da auf einmal von rechts neben mir.

Vor lauter Schreck mache ich einen Satz nach links. Ein Junge zwinkert mir verschmitzt zu. Er hat zwei verschieden farbige Augen. Eines ist blau, das andere scharlachrot. Ich kann nicht anders, als es anzustarren. Natürlich, der Neue, wer sonst… Erst seit zwei Tagen hier und schon das Pausengespräch schlechthin. Es wird nicht nur über die verschiedenen Augenfarben spekuliert, sondern ganz besonders auch über sein mysteriöses Auftauchen. Keiner weiß, wo er herkommt oder warum er mitten im Schuljahr an unsere Schule  gekommen ist.

„Wie b-b-bitte?“, bringe ich überrumpelt hervor. Hastig suchen meine Augen wieder Sofia. Sein rotes Auge irritiert mich und ich will nicht unhöflich erscheinen.

„Die Blonde, da. Mit dem pinken Regenschirm.“

Sein abfälliger Tonfall stört mich.  „Sie heißt Sofia.“

„Du bist in sie verknallt, oder?“ Woher weiß er das? Mein Gesicht färbt sich so rot wie sein Auge.

„W-W-Was? Ich bin doch nicht verliebt in sie“, schwindle ich.

„Mir kannst du nichts vormachen. Ich weiß, dass du in sie verknallt bist.“ Verdammt, Lügen ist nicht gerade meine Stärke.

„Von wem hast du das gehört? Das war doch bestimmt Marc, diese Klatschtante.“ Der kriegt etwas zu hören, wenn ich ihn das nächste Mal sehe.

„Nein, nein, das musste mir keiner sagen. Es ist doch ganz offensichtlich.“  Mist, also hatte doch jeder mitgekriegt, wie ich sie andauernd anstarre. Die Röte in meinem Gesicht wird zum Dauerzustand. Ich senke den Blick. Moment, lacht er mich gar nicht aus? Ich riskiere einen Blick zur Seite. Er grinst und deutet dann auf sein rotes Auge.  „Mein Auge hat es mir verraten. Mit ihm kann ich sehen, wenn zwei Menschen füreinander bestimmt sind. Das kommt nicht oft vor, aber bei euch beiden habe ich es gleich gesehen.“

Hat er gerade gesagt, dass Sofia und ich perfekt zusammen passen würden? Mein Herz schlägt noch ein paar Takte schneller, falls das überhaupt möglich ist.

„Und du hast wirklich gesehen, dass wir ein tolles Pärchen abgeben würden?“

„Nicht nur das, ihr seid Seelenverwandte!“ Er spricht meine kühnsten Träume aus, nur leider weiß ich, dass sie genau das auch bleiben werden. Nicht mehr als ein Traum.

Ja klar, wie soll das denn funktionieren? Ich würde mich ja nicht einmal trauen, sie  anzusprechen“, sage ich. Ich träume zwar gerne, aber ich möchte auch mit beiden Füßen auf dem Boden der Tatsachen bleiben.  „Und sollte ich das doch schaffen, würden mir bei unserem ersten Date die Worte im Hals stecken bleiben. Ich bin einfach zu schüchtern für so etwas.“

„Ich kann  dir helfen. Wenn du meine Hilfe möchtest,  dann komm nach der nächsten Stunde zur Bank an der Turnhalle. Du wirst es nicht bereuen“, sagt er und ist im nächsten Augenblick verschwunden.

Der Unterricht tröpfelt vor sich hin. Aus den Augenwinkeln beobachte ich Sofia. Wie das wohl wäre, wenn sie und ich ein Paar wären? Ich fange an zu träumen. Jeden Tag würde ich sie von der Schule nach Hause begleiten. Wir würden Händchen halten und alle wüssten, dass sie zu mir gehört. Als ich mir gerade vorstelle, was unsere Klassenkameraden wohl für Gesichter machen würden, schrillt die Schulglocke.

Eilig mache ich mich auf den Weg, um meinen geheimnisvollen Helfer zu treffen. Er wartet bereits auf mich.

„Da bist du ja“, empfängt er mich.

Ich brenne vor Ungeduld. „Was machen wir jetzt?“, erkundige ich mich, aber er antwortet mir nicht. Er starrt mich nur eindringlich an und fragt schließlich: „Bist du bereit alles zu tun, um Sofia für dich zu gewinnen?“

„Ja!“, erkläre ich mit fester Stimme. Meine Träume sollen nicht länger nur Gehirnspinste bleiben.  Ich bin entschlossen, sie wahr werden zu lassen.

Er entspannt sich sichtlich. „Gut, jetzt hast du die richtige Einstellung. Vielleicht sollten wir uns noch kurz vorstellen, bevor wir loslegen. Ich bin Jayden.“

„Liam“, antworte ich. Es soll jetzt endlich losgehen, ehe sich meine neu erworbene Entschlossenheit wieder verflüchtigt. „Also, was genau werden wir machen? Uns Szenarien ausdenken und vor dem Spiegel üben?“

„Nicht ganz. Erzähl mir erst einmal ein bisschen was über das Mädchen deiner Träume. Was macht sie zum Beispiel in ihrer Freizeit?“

Das ist mein Fachgebiet. „Sie liest viel und hilft in der Schulbücherei aus“, sprudelt es aus mir heraus. Selbst Jayden scheint über meinen plötzlichen Enthusiasmus überrascht zu sein.

„Sehr gut, das ist doch ein prima Thema für euer erstes Gespräch. Da kommt sie.“ Ich drehe mich um. Ja, das ist sie, alleine ihre Anwesenheit schnürt mir den Hals zu. Jayden gibt mir von hinten einen Schubser in ihre Richtung. Ich stolpere über meine eigenen Füße und schlage hin. So ein Mistkerl!

„Liam, alles in Ordnung? Hast du dir was getan?“ Sofia hockt neben mir und macht ein besorgtes Gesicht. Hab ich das richtig gehört? Hat sie gerade meinen Namen gesagt? Ich kann meine Freude nicht länger verbergen. Mein Gesicht erstrahlt in einem breiten Grinsen. Hastig stehe ich auf. „Alles ok. Mir geht es gut. Ich habe einen ziemlichen Dickschädel.“ Um es ihr zu verdeutlichen, klopfe ich mit den Fingerknöcheln dagegen.

Sie fängt an zu kichern. Ich habe sie zum Lachen gebracht! Dann lächelt sie mich an: „Du hast mich ganz schön erschreckt.“ Und mich erst! „Ich bin froh, dass dir nichts passiert ist.“

Sofia hat sich Sorgen um mich gemacht? Mittlerweile habe ich einen richtigen Knoten im Hals. Mein Gesicht ist mal wieder knallrot und der Schweiß tropft mir von der Stirn. „Danke.“ Mehr bringe ich beim besten Willen nicht heraus.

Immer noch lächelnd sagt sie: „Entschuldige mich bitte, meine Schicht in der Bücherei beginnt gleich. Es war schön mit dir zu reden.“ Weg ist sie.

Ich atme einmal tief durch.

Ich höre Schritte hinter mir und drehe mich um. Jayden sieht aus, als wäre er mit sich und der Welt zufrieden. „Das lief ja noch viel besser, als ich erwartet hatte.“

Ich funkele ihn nur wütend an. Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken, wie er sich vorgestellt hatte, dass es laufen würde. Den Schubser werde ich ihm auch nicht so schnell verzeihen.

„Was denn? Du hast mit ihr geredet, oder? Und so wie sie dich angelächelt hat, scheint sie dich zu mögen.“ Sofia hat immer ein Lächeln auf den Lippen. Das hat gar nichts zu bedeuten.

„Und jetzt hör auf zu schmollen. Du kannst schon mal dein charmantestes Lächeln üben. Du wirst es heute noch brauchen.“ Hatte ich für diesen Tag nicht schon genug durchgemacht? Was hatte er denn noch vor? „Wozu werde ich denn das Lächeln brauchen?“, will ich vorsichtig wissen.

„Du wirst in die Bücherei gehen und dir von ihr ein Buch ausleihen.“

„Jetzt?“, frage ich überrascht.

„Nein, nicht sofort. Ihr habt euch ja gerade erst gesehen. Du lädst mich jetzt erst einmal zum Essen ein, beruhigst dich etwas und dann gehst du zu ihr.“

„Was für ein Buch denn überhaupt? Halt, was mach ich jetzt? Dich zum Essen einladen?“

„Klar. Das hab ich mir ja wohl mehr als verdient.“

Ich beuge mich meinem Schicksal und gehe mit ihm in die Cafeteria. Jayden bestellt sich gleich zwei Portionen und langt kräftig zu. Meine Gedanken wandern schon in die Bücherei voraus. Zu Sofia.  Meine Finger klopfen nervöse Rhythmen auf den Tisch. Nachdem er auch den letzten Tropfen meines Vanillepuddings ausgeleckt hat, sieht er mich an. „Entspann dich mal. Heute ist der Tag, an den du dich dein ganzes Leben lang erinnern wirst. Der Tag, an dem du endlich Sofia näher gekommen bist.“

„Wohl eher der Tag, an dem ich alles vermasselt habe.“ Ich weiß noch nicht, wie ich es schaffen soll, auch nur ein vernünftiges Wort herauszubringen.

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Komm jetzt, wir gehen zu ihr“, sagt er und zieht mich energisch hoch.

Der Weg bis zur Bücherei ist mir noch nie so kurz vorgekommen. Ich werde immer langsamer und versuche das Unvermeidbare hinauszuzögern. Die Schüler, die an uns vorbeikommen, haben nur Augen für Jayden. Ich könnte genauso gut unsichtbar sein. Dann sind wir auch schon bei der Bücherei und ich kann mich nicht länger davor drücken. Vor der Tür halte ich ihn nochmal kurz auf. „Was soll ich denn jetzt zu ihr sagen?“

Jayden sieht langsam genervt aus. „Du sollst dir nur ein Buch ausleihen und ihr keinen Heiratsantrag machen. Das sollte doch zu schaffen sein.“

„Für dich vielleicht, aber ich habe noch nie freiwillig ein Buch gelesen und habe keine Ahnung, was ich ausleihen soll.“

„Das ist ja noch viel besser“, begeistert er sich. „Dann kannst du sie einfach nach ihrer Empfehlung fragen und findest so gleich heraus, was sie gerne liest. Du schaffst das schon, Liam!“

Ich bekomme erneut einen Schubser und falle fast in die Bücherei. Zum Glück kann ich mich gerade noch fangen. Hoffentlich hat sie das nicht  gesehen. Ich blicke mich erstaunt um. Ich bin heute zum ersten Mal hier. Ich entdecke Sofia, die am Tresen sitzt.  Sie hat mich schon gesehen und lächelt mich an. Ich hoffe nicht, weil sie meinen peinlichen Auftritt an der Tür mitangesehen hat.

„Hi Liam, möchtest du dir etwas ausleihen?“

Ich versuche in möglichst cooler Pose am Tresen zu lehnen. „Nein, also doch. Ich meine, ja.“ Und schon  ist es vorbei mit der Coolness.

Hast du einen bestimmten Titel oder Autoren im Sinn? Dann kann ich es hier in die Suchmaschine eingeben und schnell für dich raussuchen.“

„Ich suche kein b-b-bestimmtes Buch.“ Mein hilfesuchender Blick fällt auf ein aufgeschlagenes Exemplar vor ihr. „Liest du das gerade?“

Sie streicht mit der Hand liebevoll über die Seiten „Ja, ich habe es zwar heute Morgen erst angefangen, aber ich kann es einfach nicht mehr weglegen.“

„Das hört sich ja spannend an. Um was geht´s denn?“

Man merkt ihr an, dass mein Interesse sie freut. „Es geht um ein Mädchen, das sich in ihren Klassenkameraden verliebt, sich aber nicht traut, es ihm zu sagen.“ Sie wird rot. „Typischer Mädchenkram halt. Ich glaube nicht, dass dich das interessiert“, ergänzt sie hektisch.

„Hm, klingt doch eigentlich ganz spannend. Vielleicht kannst du´s mir ja ausleihen, wenn du fertig bist. Ähm, also wenn dir das nichts ausmacht.“

„Das geht nicht.“ Sie scheint von ihrer Antwort genauso überrascht zu sein wie ich. „Ich meine, das ist der zweite Band“, berichtigt sie sich schnell und zeigt mir die große Zwei auf dem Buchrücken. „Wenn du willst, kann ich dir aber den ersten Band ausleihen.“

„Klar gerne, wenn es dir nichts ausmacht.“ Das ist das erste Mal, dass ich ein Buch lese, das weder ein Lehrer noch meine Eltern ausgesucht haben.

„Wirklich? Warte kurz.“ Sie kramt kurz in ihrer Tasche herum. Dann legt sie zufrieden das Buch auf den Tisch. „Wenn du es durchgelesen hast, kannst du gerne auch das zweite haben. Du musst mir aber erzählen, wie du es fandest.“ sagt sie mit ihrem hübschesten Lächeln. Alles an ihr scheint zu strahlen. Mir scheint, als hätte die Welt aufgehört sich zu drehen. Diese süßen Grübchen! Diese Augen! „Hab ich etwas im Gesicht?“, fragt sie verwundert. Ich muss sie minutenlang nur angestarrt haben, anstatt das Buch aus ihrer Hand zu nehmen. Ich bekämpfe das leichte Schwindelgefühl und versuche mich zusammenzureißen.

Schnell nehme ich das Buch und packe es ein. „I-i-ich fange gleich heute Abend an. Muss ich noch irgendwo unterschreiben?“

„Nein, nicht nötig. Das ist mein eigenes Buch.“ Ich Vollidiot! Am liebsten würde ich im Boden versinken.

„Vielen D-d-dank und bis Morgen.“

„Bis morgen, Liam.“

Ich sehe zu, dass ich so schnell wie möglich aus der Bibliothek komme, denn mein Herz droht zu zerbersten. Die Tür fällt laut quietschend zu. Endlich draußen! Einmal tief durchatmen, dann geht‘s mir besser. Plötzlich öffnet sich die Tür erneut. Ist sie mir hinterher gelaufen, weil ich was vergessen habe? Aber es ist nur Jayden, der mich wissend angrinst.

Warte mal…“Du warst auch drinnen?“

„Du hast mich gar nicht gesehen, was?“ Er hat ein breites Grinsen im Gesicht. Er schaut kurz zur Uhr. „Ich muss wieder in den Unterricht. Wir treffen uns am Ausgang, wenn die Schule vorbei ist.

„Im  Unterricht lasse ich die Szene in der Bücherei wieder und wieder vor meinem inneren Auge ablaufen. Bei jedem Mal wird Sofia zauberhafter und ich trotteliger. Mir fallen tausend Dinge ein, die ich hätte besser machen können. Besonders das mit der Unterschrift stört mich noch immer. Am Ende der Stunde bin ich völlig deprimiert. Ich gehe mit hängenden Schultern zum Ausgang, wo Jayden mich schon erwartet. Ich habe beschlossen, ihm nichts von meinen trüben Gedanken zu erzählen. Noch habe ich nicht aufgegeben. Schließlich ist es Sofia wert, dass man um sie kämpft. Ich richte mich wieder gerade auf, entschlossen mein Bestes zu geben. Wenn schon nicht meinetwegen, dann ihretwegen, schließlich sind wir füreinander bestimmt.

Er sitzt auf der Treppe und scheint die Schüler zu beobachten, die nach Hause gehen. Ich setze mich dazu und warte ab. Die Schule leert sich. Draußen prasselt der Regen aufs Pflaster. Nach einigen Minuten wird es mir zu bunt. „Warten wir auf irgendetwas? Sollten wir nicht stattdessen irgendetwas Sinnvolles machen?“

Jayden sieht mich verwundert an. „Wir machen doch schon was Sinnvolles. Wir warten auf Sofia und dann bringst du sie nach Hause.“

Langsam hab ich genug von seinen absurden Ideen. Sofia ist ein sehr beliebtes Mädchen, sie würde sich nie von jemand so Unscheinbarem, wie mir heimbringen lassen. „Warum sollte sie das wollen?“

„Weil du einen Regenschirm haben wirst und sie nicht.“

Jetzt verstehe ich gar nichts mehr. „Woher soll ich denn jetzt auf die Schnelle einen Schirm herbekommen?“

Statt einer Antwort springt Jayden auf. „Da kommt sie. Hier nimm.“ Er drückt mir seinen schwarzen Regenschirm in die Hand und schubst mich in die Richtung, in der Sofia verzweifelt ihren pinken Regenschirm sucht. Ich bin noch nicht überzeugt und schaue zögernd zu ihm zurück.

„Und wie kommst du jetzt nach Hause?“ Er hatte doch wirklich schon genug für mich getan. Schließlich hatte ich dank ihm heute das erste Mal ein richtiges Gespräch mit Sofia geführt. Falls sein verrückter Plan aufgeht, werde ich sie gleich sogar nach Hause begleiten.

„Mann, Liam, ich bin nicht aus Zucker. Mach jetzt, sonst geht sie noch ohne dich.“

„Aber“, versuche ich zu protestieren, doch er schneidet  mir das Wort ab: „Jetzt schau doch nicht so verzweifelt.“ Er legt seinen Kopf in den Nacken und stöhnt genervt auf. „Du sollst doch nur ein nettes Mädchen trocken nach Hause bringen.“

„Aber ich habe keine Ahnung über was ich mit ihr reden soll“, wende ich ein.

Er seufzt. „Sei einfach du selbst. Das hat doch heute bei den anderen Malen auch funktioniert.“

Er hat ja Recht. In der Bücherei hat sie mir auch weitergeholfen, als mir die Worte fehlten. Was soll schon Schlimmes passieren?

„Ok, ich mache es.“

Jayden atmet auf. Ich schaue mich um und sehe Sofia, die gerade durch die Tür in den strömenden Regen hinaushuscht. Sie hat sich die Kapuze tief ins Gesicht gezogen und hält sich die Schultasche über den Kopf, um nicht ganz so nass zu werden. Meine Beine fühlen sich wie festgewurzelt an.  Eine Sache muss ich noch klären, bevor ich diesen Schritt wage. „Jayden? Stimmt es, was du heute Morgen gesagt hast? Hast du gesehen, dass ich ihre einzige wahre Liebe bin?“

Das Lächeln verschwindet aus seinem Gesicht. „Willst du das wirklich wissen?“ Seine Stimme klingt kalt.

Ich sehe ihm direkt in die Augen. „Ich muss es wissen. Hast du mich belogen?“

Er seufzt und kratzt sich am Kopf. „Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, ob ihr für einander bestimmt seid. Das kann keiner wissen. Aber jetzt hast du zumindest die Chance es zu beweisen.“

Als ich schon fast zur Tür heraus bin, sehe ich ihn nochmal kurz an. „Danke für alles.“ Er nickt mir zu und geht an mir vorbei, hinaus in den kalten Regen. In seiner Hand hält er ihren pinken Regenschirm.

ENDE.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: